St. Veits Reliquiar
  

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Der Hl. Deocar und seine Reliquien

 
 
Die Geschichte Herriedens ist untrennbar mit ihrem Ortsheiligen, dem Hl. Deocar, verbunden. Er entstammte einer fränkischen Adelsfamilie, wurde um 738 geboren und erhielt seine Ausbildung im Benediktinerkloster Fulda, und eine Berufung in die Hofkanzlei Karls des Großen, dessen Beichtvater und Hofkaplan er wurde. Nach seiner Priesterweihe im Jahr 760 zieht sich Deocar in die „Einsiedelei an der Altmühl zurück, wo jetzt Herrieden steht", so Chorherr Veit Gottlieb Baumgärtner in seiner „Kurzen Lebensbeschreibung des Heiligen Gottlieb (Deocar)" aus dem Jahre 1783. In diesem Bericht beschreibt Baumgärtner auch die Wunder auf Fürbitte des Hl. Deocar in Herrieden und Nürnberg.
Als Abt führte Deocar das durch Cadolt gegründeten Herrieder Kloster zu großer Bedeutung und vermehrte den Klosterbesitz.
Sein genauer Todestag ist nicht bekannt, lag jedoch vor dem Jahr 826. Deocar wurde in der alten Klosterkirche bestattet. Im Jahre 1316 konnte Ludwig der Bayer Herrieden nach langer Belagerung mit Hilfe der Stadt Nürnberg einnehmen. Er ließ die Gebeine Deocars erheben, überführte einen Teil nach Nürnberg, wo Deocar bis zur Reformation als dritter Stadtheiliger verehrt und ihm ein eigener Altar in der Lorenzkirche gewidmet wurde. Einen Teil der Gebeine nahm Ludwig der Bayer mit in seine Münchner Residenz, dort vielen sie im zweiten Weltkrieg den Bomben zum Opfer. Ein Rest der Reliquien verblieb in einem Steinsarg in Herrieden. Die nächste Umbettung der Gebeine erfolgte 1482, sie wurden in einem von Bischof Wilhelm von Reichenau in Auftrag gegebenes Hochgrab gelegt. Bei der 1000-Jahr-Feier im Jahre 1783 wurden die Gebeine in einen gläsernen Reliquienschrein über dem Tabernakel des Hochaltars übergeführt, wo sie sich heute noch befinden. Sie waren in einfaches Leinen gebettet und in ein schlichtes rotes Tuch eingeschlagen.
Bei der Stiftskirchenrestaurierung wurden die Herrieder Reliquien des Hl. Deocar in den Jahren 2005/ 2006 neugefaßt. Herr Reinhard Zehentner vom Bay. Landesamt für Denkmalpflege fertigte die Golddrahtverzierungen, Schwester Theresia Eichinger von der Congregatio Jesu in Altötting oblagen die Näharbeiten und Frau Hildegard Pollety aus Altötting übernahm die fotografische Dokumentation der gesamten Arbeiten. Das Bayerische Fernsehen berichtete am 01. November 2006 in der Serie „Unter unserem Himmel" über die Arbeiten der Reliquienfassung und überschrieb den Film „Die heiligen Leiber des Reinhard Zehentner". Beim festlichen Abschluss der Kirchenrestaurierung am 15. Juni 2008 wurde der gläserne Reliquienschrein feierlich an seinen angestammten Platz in die Stiftskirche zurückgeführt.
In Herrieden wird die Erinnerung an den Hl. Deocar am 07. Juni weiterhin hochgehalten. Ein Platz, eine Kindertagesstätte und ein Brunnen tragen seinen Namen und ein St. Deocar-Lied wird beim Gottesdienst an seinem Namenstag gesungen.

St. Deocar-Lied
Text: Bruder Deocar Ritzer OSB, 1980 
Melodie: Stiftskirchenorganist Ludwig Nützel, 1981

Sankt Deocar, von Gott geliebt, wir grüßen Dich voll Freude.
Wie unsere Ahnen du bekehrst, so steh uns bei noch heute.
Die ew´ge Wahrheit schließ uns auf, stärk Glauben und Vertrauen;
Laß uns, gleich dir, mit Zuversicht am Gottesreiche bauen.

Sankt Deocar, von Gott geehrt, durch Wunder und durch Zeichen,
laß Christus unsre Hoffnung sein, dann wird das Dunkel weichen.
Lehr du uns Mut und Festigkeit, vom Ziel nie abzugehen –
In Freude wie in Traurigkeit im Heimatboden stehen.

Sankt Deocar, von Gott bestellt, zu lösen und zu binden,
lenk unser ruheloses Herz und laß uns Frieden finden.
In unserm Beten, Wirken, Ruhn gib stets uns dein Geleite;
Dass alles wir in Liebe tun, steh hilfreich uns zur Seite.

Sankt Deocar, wir sind gar oft von Sorgen schwer betroffen,
halt uns in dieser lauten Welt noch füreinander offen.
Trag mit uns Mühsal, Not und Leid, hilf uns, daß sich sie wenden
Und unser Dank und Lobgesang in Ewigkeit nicht enden.

Sankt Deocar, dir anvertraut sei unser Tun und Streben.
Erfleh uns, dass wir gut und treu nach Gottes Weisung leben.
Erwirk dem Volke reiche Gnad und deinem Erbe Segen.
Wenn hier der Lauf vollendet ist, führ Christus uns entgegen.

Nähere Informationen zum Leben und Wirken des Herrieder Ortsheiligen St. Deocar und seiner kultischen Verehrung siehe: 

„Kurze Lebensbeschreibung des Hl. Gottlieb (Deocar), erster Abt und Stiftspatron zu Herrieden" Veit Gottlieb Baumgärtner, Chorherr in Herrieden, 1783.
„Herrieden – Stadt an der Almühl", Herausgeber Stadt Herrieden, 1982
„Die Verehrung des Heiligen Abtes Deocar in Herrieden und an der Lorenzkirche in Nürnberg"
Studienarbeit von Martin Baier, Herrieden, 2005
„Bild- und Schriftquellen zur Verehrung des Heiligen Deocarus in Nürnberg" 
Corine Schleif, 1983, Sonderdruck im 119. Bericht des Historischen Vereins Bamberg.

 
     
     
 

 

 

© Kath. Pfarramt Herrieden 2008