St. Veits Reliquiar
  

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Katholische Nebenkirche „Zu Unserer Lieben Frau"

kurz genannt „Frauenkirche"

 



Lage: Parallel gegenüber der Stiftsbasilika St. Vitus und St. Deocar, Ortsmitte, Nähe Marktplatz.

 

 

Baugeschichte:

Die Frauenkirche steht nach der Überlieferung auf den Fundamenten einer von Karl d. Großen (768-814) errichteten bzw. veranlassten „Krypta" (vermuteter Standort des Benediktinerklosters des Hl. Deochar (Deocar) um 782/783). Unter der Kirche und im Garten davor sind Gräber aus der Zeit des 9. und 10. Jahrhunderts dokumentiert.

1474 wurde die Kirche in veränderter Form neu aufgeführt in den heutigen Bemaßungen
1490 fiel sie den Flammen zum Opfer, wurde jedoch 1493 wieder aufgebaut.
1703 wurde ein barocker Dachreiter aufgesetzt.
1705 wurde die für unseren Raum einmalige geschnitzte Holzdecke in barocker Ausführung
eingezogen.
1805 wurde im Zuge der Säkularisation die Kirche „verkauft" und
1832 wieder durch eine „Schenkung" erworben.
1897/1900 wurde sie in neugotischer Gesamtausstattung umfassend renoviert.
1947, 1956 folgten weitere Renovierungen.
1968 wurde der Dachstuhl erneuert nebst Dachreiter mit Kreuz und manuell bewegter Glocke.
1997/2000 wurde die Frauenkirche sehr gelungen mit einem Kostenaufwand von nahezu 2,5 Millionen DM saniert und renoviert.

Der Innenraum in der Gesamtansicht

Blick vom Langhaus in den Chorraum:

Sichtbar wird die neugotische Gesamtausstattung vom Ende des 19. Jh. mit den dafür typischen Fenstern, den Aufbau (Gesprenge) der Altäre und des Spitzbogens hin zum Chorraum. Ein besonderes Merkmal dieser Kirche ist weiterhin die sog. Schablonenmalerei an den Seitenwänden von Chorraum und Langhaus sowie in den Leibungen der Fenster.

Details mit besonderen Hinweisen auf die Rolle Marias in der Thematik dieser Kirche:
Diese Kirche ist in ihrer Gesamtgestaltung getragen von der Symbolik, die Maria als die Mutter Jesu und Begleiterin ihres Sohnes in der Freude und im Leid hinweist z.B. durch die Farbgebung der Dekors: Grün als Farbe des Lebens, Rot als Farbe der Liebe und des Leidens, Früchte als Symbol des Lebens, Rosen und Lilien als Symbole der Schönheit und Reinheit. Besonderen Ausdruck findet diese Symbolik in folgenden Details:
Hauptaltar als Flügelaltar mit Krönung Mariens, Weihnachts- und Ostergeschehen an der Frontseite, Leidensgeschichte an der Rückfront.


Zwei bunte Glasfenster im Chorraum stellen die Verkündigung durch den Erzengel Gabriel und Marias Besuch bei Elisabeth dar. 

Die netzgewölbte Decke im Chorraum zeigt 4 Bilder aus dem Leben Marias und ihres Sohnes.
Die beiden Seitenaltäre zeigen Darstellungen der Mutter Anna mit Maria und Jesus mit prophetischen Worten, die auf die Rolle Marias im Heilsgeschehen hinweisen, aber auch die Bedeutung von Reue und Buße aller Menschen.
Die zehn Medaillons an beiden Seiten des Langhauses stellen die 5 Teile des freudenreichen bzw. schmerzhaften Rosenkranzes dar.

Die frühbarocke Holzdecke (1705) beherrscht eindrucksvoll das Langhaus der Kirche auf einmalige und originelle Weise mit Stuckornamenten als Schnitzerei, besitzt als Rahmungen geschnitzte Laub- und Fruchtkränze, die Felder schmücken Muscheln, Akanthusranken, Cherubköpfe und Ölgemälde mit der zentralen Darstellung Mariens in der Engelsglorie als Himmelskönigin, 4 Tondis als Ziermotiv in den Eckfeldern stellen wiederum Stationen aus dem Leben Mariens dar.

Würdigung
Die Frauenkirche ist Zeugnis der katholischen Restauration am Ende des 19. Jh. nach den 
stürmischen geistigen Auseinandersetzungen von Säkularisation und Kulturkampf. Heute erstrahlt sie wieder im Zustand wie vor über 100 Jahren. Denkmalpflegerisch ist sie ein zeitgeschichtliches Dokument und Juwel zugleich. Bei den Bürgern erfreut sie sich damals wie heute großer Wertschätzung, lädt ein zu Gebet und Meditation, zum Gottesdienst, zur Tauffeier, zur Trauung, Konzert und Ausstellung.

Hinweis:

Ein umfassender Kirchenführer liegt auf.

Verfasser: Hermann Jechnerer
Fotos:
Hans Christ

 
     
 

 

   

© Kath. Pfarramt Herrieden 2008