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Es gibt keinen katholischen oder evangelischen Herrgott

 
 

Fränkisch-katholische Glocke läutet nun für evangelische
 Christen in Nordtansania

Ende August war es endlich soweit: Die 66 Jahre alte Kirchenglocke aus dem mittelfränkischen Elbersroth läutete zum ersten Mal im tansanischen Ausbildungszentrum für Jugendliche mit Behinderung in Usa River. „Sauti kubwa - ein großartiger Klang", raunten sich die Leute bei der Einweihung zu. „Kein Wunder, die Glocke wurde 1946 gegossen", schmunzelte Bischof Paulo Akyoo. „Das ist ein guter Jahrgang - auch meiner."

Schon seit vielen Jahren hatte sich die nordtansanische Kirchengemeinde in Usa River eine Glocke gewünscht. Das wussten Petra und Peter Horand aus Neunstetten bei Herrieden. Das Ehepaar ist seit 2008 in der Partnerschaftsarbeit des evangelischen Dekanats Rothenburg zum tansanischen Dekanat und der Berufsschule Hai engagiert. „Wir bringen als Katholiken die Ökumene ein", schmunzelt Petra Horand. Als sie hörten, dass die katholische Kirche Elbersroth (Pfarrverband Herrieden) neue Glocken bekommen sollte, fiel ihnen sofort Afrika ein.

Das Ehepaar fragte bei der Pfarrgemeinde und bei Stadtpfarrer Peter Wenzel an: Überall stießen sie auf offene Ohren. Und so wurde beschlossen, die alte Eisenglocke für das Reha-Zentrum der evangelisch-lutherischen Kirche in Tansania zu spenden. „Für mich gibt es keine katholischen oder evangelischen Glocken, so wie es keinen katholischen oder evangelischen Herrgott gibt", begründet Petra Horand ihr Engagement.

Nach einer weiten, langen Schiffsreise im Container landete die Elbersrother Glocke schließlich im vergangenen Frühjahr in Daressalam und wurde von dort auf einem Laster nach Usa River gebracht. Möglich geworden war dies durch die Unterstützung von Dieter Gräf aus Uffenheim, ebenfalls ein langjähriger Freund Tansanias.

In Usa River staunte man nicht wenig, als der Container ankam und die Glocke per Hand abgeladen werden musste: „Wir hatten uns eine kleine Glocke vorgestellt, aber diese wiegt stolze 480 Kilogramm", erinnert sich der Kirchenälteste Godfrey Mokoro, der im Zentrum Schreiner ausbildet. Mit knapp zehn Zentnern zählt sie damit schon zu den schwereren ihrer Art.

Allen Beteiligten war klar: Der geplante Glockenturm konnte so nicht gebaut werden. Also entwarf der bayerische Architekt Thomas Caspary, der über Mission EineWelt in Tansania arbeitet, eigens einen stabileren Turm: ein sich nach oben verjüngendes, sechs Meter hohes Stahlgerüst mit einem Wellblechdach. Auch die Bauaufsicht lag in seinen Händen.

Annekathrin Jentsch
Pressereferentin
Mission EineWelt

 
     
     
 

 

 

© Kath. Pfarramt Herrieden 2008